Gemeinsam. Lernen. Leben.

Griechischer Besuch am NGW

Der griechische Lehrer Spiridon Makos im Gespräch mit der Stellvertretenden Schulleiterin Anja Tietjen.

von Maria-Theresia Paetz, Kl.11b

Wer sich in der vergangenen Woche über einen außergewöhnlichen Gast im Unterricht gewundert hat, wird gemerkt haben, dass das NGW ausländischen Besuch hatte. Denn in der Woche vom 22.-26.04.2024 war der Grieche Spiridon Makos durch ein ERASMUS-Projekt seiner Athener Schule am NGW und schaute in verschiedene Unterrichtsstunden rein.

Das ERASMUS-Programm ist an unserer Schule durch die gleichnamige AG sehr präsent. Dass die Angebote der Auslandsaufenthalte aber auch von Lehrern genutzt werden können, fällt vielleicht gar nicht so stark auf, genau das ist es aber, was Herr Makos gemacht hat. Als sein Antrag angenommen wurde, trat der Grieche mit Frau Wischer, die sich gemeinsam mit Frau Davids um die Organisation des Besuchs kümmerte, in Kontakt und kam am Montag als erster Besucher auf diesem Weg am NGW an.

Herr Makos ist selbst Mathematik- und, in unseren Schulfächern gesprochen, Informatiklehrer an einer Schule in Athen und wollte nach Deutschland kommen, um unser Schulsystem und die hiesigen Unterrichtsarten kennen zu lernen. Anders als bei uns besuchen griechische Jugendliche von 12-15 Jahren das Gymnasium und danach das Lykeio, in dem vor allem Naturwissenschaften und Sprachen auf einem hohen Level unterrichtet werden. Laut Herrn Makos haben griechische Schüler trotz vielen Unterrichts Schwierigkeiten, heißbegehrte Studienplätze an Universitäten zu erlangen, für deren strikte Aufnahmebedingungen viele sogar nachmittags nach der eigentlichen Schule noch eine Privatschule besuchen, um möglichst viel zu lernen. Dieser ständige Stress und Leistungsdruck ist für den  Griechen aber kein guter Nährboden für gelungenen Unterricht. Die Unterrichtsbesuche am NGW boten einen Perspektivenwechsel.

Überrascht war der Mathelehrer über den offenen und kommunikativen Unterrichtsaufbau, der mit der für uns gängigen häufigen Gruppenarbeit in starkem Kontrast zum griechischen Frontalunterricht stehe. Oft besuchte er Unterricht in den ihm „unbekannten“ fünften und sechsten Klassen, da diese in Griechenland noch zur Grundschule gehören, um Unterrichtsinhalte zu vergleichen. Erfreut stellte er außerdem fest, wie viele junge Lehrer am NGW unterrichten, was für ihn eine der wichtigsten Voraussetzungen sei, um das Lernen für Jugendliche interessant und auf Augenhöhe zu gestalten. Wenn wir in puncto Unterrichtsgestaltung auch wesentlich vielfältiger aufgestellt seien, als es Herr Makos gewohnt ist, stellte er final heraus, dass griechische Schüler auf einem schwierigeren Niveau lernen würden, als es bei uns der Fall ist.

Dankbar für die große Gastfreundschaft der Schule und die Offenheit und Herzlichkeit seitens der Lehrer- und Schülerschaft ihm gegenüber, die trotz der Sprachbarriere zu interessanten Gesprächen geführt hat, machte sich Herr Makos am Freitag wieder auf Richtung Heimat, wo er von den vielen neuen Eindrücken und seinen Änderungsvorschlägen erzählen wird; auch wenn der Grieche  einer baldigen Reform des griechischen Schulsystems zweifelnd entgegensieht.

Um weiterhin die vielfältigen Austauschmöglichkeiten zu fördern, scheint es Frau Wischer nicht abwegig, auch in Zukunft Lehrkräfte aus anderen Ländern für einen Aufenthalt am NGW willkommen zu heißen. Wer weiß also, wann der nächste Französisch- oder Spanischunterricht von einem Muttersprachler gehalten werden wird…

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